Sternzeichenfrauen

Aktuell: Die Fischefrau

von Susanne Gruber, Februar 2024

 

Die Fischefrau

19.02.24, 5 h 13 ‘ CET                    bis     20.03.24, 4 h 06 ‘ CET

Mit dem Zeichen der Fische sind wir am Ende des astrologischen Jahres angekommen. Bald wird ein neues astrologisches Jahr beginnen. Wir spüren, dass etwas in der Luft liegt, eine Änderung, ein Aufbruch. Die ersten warmen Sonnenstrahlen wechseln sich mit kalten Wintertagen oder verregneten Tagen, an denen schöne Regenbogen schillernd am sonnigen Himmel erscheinen, ab. Wie die Farben des Regenbogens wandelt auch die Fischefrau bunt und farbenfroh durch ihr Leben. Das Leben ist für sie wie ein Buffet: Überall sieht sie Buntes und Leckeres, sodass sie sich in ihren Entscheidungen schwertut. Kaum ist sie im Zuge zuzugreifen, erspäht sie in einer anderen Ecke ein ebenso lockendes Angebot.

So manchem erscheint sie durch ihre wechselhafte Art nicht greifbar, nicht fassbar und dadurch unentschlossen. Doch das täuscht. Sie weiß durchaus, was sie will. Sie hat viele Träume, die sie zielstrebig, verfolgt. Es sind die Menge und die Größe der Träume, die es ihr verunmöglichen, alles auf einmal zu erlangen. Sie möchte sich nicht festlegen, denn Freiheit und die Möglichkeit zu flüchten sind essenziell für ihr Leben. Sie ist sehr verletzlich, hat aber eine große Fähigkeit, die Dinge zu verarbeiten, zu verändern, sie mit ihrer Kreativität zu verwandeln und zu etwas neuem umzugestalten. Sie liebt es auch, sich selbst zu verwandeln. Das heißt nun nicht, dass sie sich nicht treu bleibt. Sie kann sich verstellen und anders geben, doch sie tut dies mit Freude und ohne böse Absicht. Sie liebt ein abwechslungsreiches Rollenspiel und kann Verführerin, Zauberin und selbstlose, mitfühlende Pflegerin von schutzsuchenden Lebewesen in einem sein.

Und so sitzt sie am Wasser und betrachtet die Sonnenstrahlen, die die Oberfläche berühren. Sie sieht, wie sich im Dickicht, dass sich nahe am Wasser ausbreitet, etwas bewegt. Sie steht auf und nähert sich. Es scheint ein kleines Tier zu sein. Sie wartet einen Moment, um das Tier nicht zu erschrecken und ihm eine Fluchtmöglichkeit zu lassen. Doch das Tier bleibt still. Sie schiebt die Äste zur Seite und erkennt eine verletzte Möwe. Sorgfältig hebt sie das Tier auf und legt es in ihren Korb. Sie trägt die Möwe in ihrem Korb nach Hause, wo sie sich sorgsam und vorsichtig um deren Verletzung kümmert. 

Die Welt der Fischefrau kann man als liminal space bezeichnen, als einen Ort zwischen den Welten, eine Welt der Träume, eine Traumzeit. Sie bewegt sich zwischen den Welten, zwischen Winter und Frühling, zwischen dem alten vergangenen astrologischen Jahr und dem neuen, das mit der Frühlingstagundnachtgleiche beginnt. Sie wandelt zwischen ihren Träumen und der Realität hin und her, beides mit Liebe und Hingabe auslebend.

Sedna ist eine Meeresgöttin der Inuit. Sie wird als Königin der Tiefe und Mutter aller Meeresgeschöpfe“ verehrt. Sie wird oft wie eine Nixe dargestellt, die in einem Haus am Meeresgrund lebt. Dort wohnt sie in Gemeinschaft mit Fischen und anderen Seetieren, aber auch mit den Seevögeln. Als Hüter für ihr Zuhause leben Seehunde bei ihr, die jeden verjagen, der ihr gefährlich zu werden droht. Es gibt mehrere Geschichten über Sedna. Einig sind sich die Geschichten darin, dass Sedna ein wunderschönes Mädchen war, das alle Bewerber abwies. Eine Erzählung lautet, dass Sednas Vater sie gegen ihren Willen einem verhüllten Jäger zur Frau gab. Nach der Entführung in dessen Haus stellte sich heraus, dass er ein Rabe war und hoch oben auf einer steilen und unwirtlichen Klippe lebte. Sedna weinte und schrie, bis ihr Vater sie mit einem schlechten Gewissen wieder befreite. Der Ehemann jedoch griff das Boot der Fliehenden an und schlug mit seinen Flügeln so stark, dass Wellen über das Boot schwappten. Vor lauter Angst warf Sednas Vater sie über Bord. Weil sie sich festklammern wollte, schlug er ihr mit dem Paddel so fest auf die Hände, bis diese abfielen. Tief im Meer unten verwandelten sich ihre Finger in Robben und ihre Hände in Wale. Sie selbst versank ebenfalls und lebt seither auf dem Meeresgrund. 

Eine andere Geschichte sagt, dass sie selbst ein Seemöwenmännchen heiratete, das ihr ein schönes Leben versprochen hatte. Auch da wurde sie enttäuscht und lebte in bitterer Armut, der sie nicht entfliehen konnte. Erst ihr Vater, der zu Besuch kam, konnte ihr zur Flucht verhelfen. Aber auch hier wurde sie anschließend vom Vater über Bord geworfen und verlor dabei ihre Hände.

Die Meeresgöttin Sedna war den Inuit sehr heilig. Sie wusste alles über die Menschen und ihre bösen Taten. Die bösen Taten klebten wie Dreck in ihren Haaren. Darüber erboste sich Sedna so sehr, dass sie alle Fische in ihr Haus holte. Damit die Menschen wieder fischen konnten, musste ein Schamane eine „Seelenreise“ unternehmen und quasi zu ihr hinabtauchen, um ihr langes Haar auszukämmen. 

Sedna stellt stellvertretend für alle Frauen, die in ihrem Leben von nahestehenden Personen verletzt, getäuscht und verraten wurden und die sich wie Sedna ohne Hände zuerst völlig handlungsunfähig fühlen.

Dann aber transformieren sie ihre Ängste, Verletzungen und Enttäuschungen zu einer neuen Stärke und lernen, neue Macht über ihr Leben zu erlangen.  Mit dieser Stärke gelingt es ihnen, auch anderen Menschen und Tieren, Zuwendung zu schenken. Sie erlangen neue Stärke und Zuversicht und werden selbstbewusst.
 

Gleichzeitig ist es nicht einfach, zu ihnen zu gelangen.  Sie sitzen möglicherweise bildhaft gesehen ebenso einsam am Meeresgrund wie Sedna, sind hilfsbereit und doch vorsichtig, tun Gutes und halten sich dennoch zurück, immer bereit zu flüchten. Dieser Selbstschutz hilft ihrem zarten Wesen, in der Welt zu bestehen.

Sedna selbst zeigt es vor: Auch aus den größten Verletzungen kann Neues und Gutes entstehen. 

 

 

Susanne Gruber, Februar 2024

Quellen: Wikipedia und artedea.net
 

 

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Bild von Susanne Gruber, 
Aquarell, Buntstift, 2022

 

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Bild von Susanne Gruber, 
Aquarell, 2022
 

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Bild von Susanne Gruber,
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Aquarell, Farbstift 2022

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