Sternzeichenfrauen
Aktuell: Die Krebse-Frau
21. Juni 2026, 10.26 h CET bis 22. Juli 2026, 21.13 h CET
von Susanne Gruber
Sanft entströmt das Bächlein aus der Quelle, bahnt sich seinen Weg durch das saftige Moos im Wald hinaus in die grüne Wiese, formt sich zu einem grösseren Bach, sammelt Wassertröpfchen um Wassertröpfchen, freut sich auf Regentropfen. Der Bach fühlt sich wohl eingebettet in seinem Kiesbett, fliesst wachsend weiter, begegnet Familien, die am Rande seiner Ufer ein Picknick veranstalten und formt sich schliesslich zu einem Fluss. Die Krebsfrau watet durch das seichte Wasserbett, sammelt am Flussufer entlang Kräuter, sowie ein paar Algen und legt alles in ihren Korb. Zielgerichtet schaut sie hinauf zum Himmel, zum Mond. Die Mondin ist über dem südlichen Horizont leicht erkennbar. Es wird Abend. Sie möchte zurück sein, bevor die Nacht tief und schwarz anbricht, doch sie hat Zeit. Es sind die längsten Nächte der nördlichen Hemisphäre. Sie ist hungrig und eilt mit schnellem Schritt durch die blühende Wiese, zurück zum Weg, der sie nach Hause führt. Sie möchte zu ihren Kindern, zu ihrer Familie, um aus den Pflanzen, die sie gesammelt hat. ein Mahl zuzubereiten. Sie weiss gesund zu kochen. Sie weiss, was Körper und Seele guttut. Sie ist die Ernährerin, die Versorgerin ihrer Kinder, ihrer Familie, ihres Stammes. Sie ist die Stammesmutter, die jüngste aus einer Reihe von Ahninnen. Sie trägt das Erbe ihrer Grossmütter und ihrer vielen Urahninnen mit sich, gibt es über ihre Zellen weiter an ihre Nachkommen, von Generation zu Generation.
Die Nacht ist nun angebrochen. Die Kinder sind zu Bett gebracht und schlafen, tief eingetaucht in ihre Traumwelten. Sie schürt noch einmal die Glut im Herdfeuer und schreitet hinaus in die Nacht. Sie schaut zum Himmel, zur Mondin. Der Mond ist zunehmend. Die Sichel rundet sich, Der Vollmond am 3. Juli steht bevor. Sie geht zum Weiher hinter dem Haus, lichtet das Schilf und beugt sich hinunter zum Wasser. Auf der Wasseroberfläche spiegelt sich ihr Gesicht. Sie erkennt Ixchel, die Sie fühlt sich sicher und geborgen unter dem Mondenschein. Sie legt ihr Gewand ab und steigt hinein in das seidige Wasser und schwimmt hinaus zu den Seerosen. Dann gleitet sie zurück zum Ufer und beginnt, sich im moorigen Boden zu wälzen. Sie hüllt sich ein mit Moorschlamm und tut sich selbst etwas Gutes. Sie legt sich zurück und lässt ihre Seele baumeln.
Ix Chel ist eine Mond- und Fruchtbarkeitsgöttin der Maya. Sie ist auch Göttin der Hebammen, der schwangeren Frauen und der stillenden Mütter. Sie wird oft als junge Frau dargestellt, die ihren Krug über der Erde ausleert und damit den Frauen und der Erde Fruchtbarkeit bringt. Der Krug symbolisiert dabei Ix Chels Gebärmutter, aus der heraus sie sich , wie Wasser auf die Erde ergiesst. Je nach dem wird sie aber auch als ältere Frau, als weise Alte, dargestellt, die an ihrem Webstuhl die Lebensmuster der Menschen webt. Sie ist die Göttin und Patronin aller Gewässer, des Wetters sowie des Regenbogens. Nach dem Mayaglauben war sie die Mutter aller Dinge auf der Erde, also die grosse Muttergöttin. Oft wird sie mit einer Schlange auf dem Haupt dargestellt, die durch ihre Häutungen Regeneration und Wiedergeburt symbolisiert. (Quelle Wikipedia und artedea.net)
Susanne Gruber, Copyright
Ixchel, Mischtechnik auf Papier, 2023 von SusAnne Gruber, Preis auf Anfrage